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Katze

  Jeden Abend dasselbe Spiel: Zähneputzen, Hände eincremen, ins Nachthemd schlüpfen, ins Bett fallen, Nachttischschublade aufziehen, Notizbuch herausziehen, vorsichtshalber den Bleistift anspitzen, an die Decke starren und schließlich: Schreiben. Alles unter Beobachtung der Katzendame, die hier ebenfalls wohnte. Die sich das Schauspiel jeden Abend ansah und nur darauf wartete, dass der Bleistift endlich übers Papier kratzte. Dann schnell aufs Bett sprang, lautlos, geschmeidig, eine fließende Bewegung, die kein Mensch je zustande bringen würde, sich auf den Füßen der Menschendame niederlassend. Wenn der Bleistift nicht mehr übers Papier flog, sondern unheilvoll in der Luft hing, blinzelte die Katzendame. Einmal, zweimal, als wollte sie der Menschendame sagen, sie möge sich beeilen, das Licht der Nachttischlampe blende so. Die Menschendame schrieb weiter, kratzte sich zum Schluss mit dem Bleistift an der Nase, warf das Notizbuch in die Nachttischschublade und löschte das Licht. Wie...

Mucke am Mittwoch - The Cure - Pictures of you

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The Cure hat mich erst spät gefunden, da war ich schon deutlich über 20. Oder sogar schon über 30, wer weiß das schon so genau (mein Patenkind vermutlich 😏). Zu verdanken habe ich The Cure meinem wunderbaren Patenkind. Und dieses Lied hier mag ich besonders gern.

Kater

  Es war erst 6:00 Uhr morgens als sie die Schlafzimmertür öffnete. Direkt vor der Tür lag die Spielzeugangel mit der ihr Kater momentan am liebsten spielte. Sie hörte, wie er im Wohnzimmer vom Kratzbaum auf das Sofa sprang und von dort auf den Boden. Sie hatte gerade einmal zwei Schritte getan, da bog er schon um die Ecke und strich ihr maunzend um die Beine. Wie konnte man nur so früh schon so fit sein? Es brach ihr auch ein wenig das Herz, wenn sie daran dachte, dass er mitten in der Nacht mit seinen Lieblingsangel vor der verschlossenen Schlafzimmertür stand und darauf hoffte, dass sie vielleicht wach war und mit ihm spielte. Sie hob die Angel auf und ließ die daran angehängte Maus durch die Luft wirbeln. Er gurrte leise bevor er sich auf die fliegende Maus stürzte und plötzlich war egal, wie früh und wie müde sie war.

Weißt Du noch - II

  Weißt Du noch, wie Du mich mit deinem Twingo – den mit dem Faltdach – von der Schule abgeholt hast? Du hattest das Faltdach komplett zurückgeschoben und es lief in voller Lautstärke Volksmusik. Am liebsten wäre ich nicht eingestiegen. Ich tat es trotzdem, weil ich noch viel weniger Lust hatte, mit dem Bus zu fahren. Du hast auf dem Heimweg ein paar alten Damen gehupt und als ich dich fragte, ob Du sie kennst, hast Du den Kopf geschüttelt und gelacht. „Aber sie werden den ganzen Tag darüber nachdenken, wer ich wohl war.“ Und da machte mir die Volksmusik plötzlich nichts mehr aus. Weißt Du noch, dass Du mich unbedingt einmal in der großen Stadt besuchen wolltest, meiner neuen Heimat? Ich hatte nichts dagegen gehabt, vielleicht ein bisschen Bammel davor, wie Du und ich wohl in meiner 30 m² Wohnung miteinander zurechtkommen werden. Ob Du geschnarcht hast? Ich weiß es leider nicht – und ich kann auch niemanden mehr fragen. Und Du bist nicht gekommen. Weißt Du noch, wie ich Dich ...